Paeonien
P. lactiflora und P. Hybriden

Blütentypen, Blütezeit und Kulturanleitung 

 

 Blütentypen

Insgesamt gibt es 5 verschiedene Blütentypen:

1. einfache Blüte

 

Diese besitzen 5 -8 Blütenblätter, die gleichmäßig einreihig um ein Büschel von echten Staubgefäßen angeordnet sind.

2. japanische Blüte

 

Mit diesem Typ beginnt sich die einfache Form zu verändern und sich der gefüllten Form zu nähern.
Dieser Blütentyp hat fünf oder mehr Blütenblätter, die die verkümmerten Staubblätter umgeben. Die Staubblätter haben eine verbreiterte Form und tragen kaum oder gar keinen Pollen. Diese sterilen Staubblätter werden Staminodien genannt.
Die Blüten des japanischen Typs sind den einfachen Blüten sehr ähnlich. Sie werden aber größer und ihre veränderten Staubgefäße ähneln einem Büschel feiner Blütenblätter. Häufig unterscheiden sich die Staminodien in der Farbtönung von den Petalen (Blütenblättern)

3. anemonenförmige Blüte

 

Bei diesem Typ stehen fünf oder mehr  Petalen in einer oder mehreren Reihen. Die Staubblätter sind völlig un kurze, verschieden breite Blütenblätter (Petaloiden) umgewandelt. Die Petaloiden sind an den Rändern meist aufgespalten.

4. halbgefüllte Blüte

 

Die meist duftenden Blüten haben fünf oder mehr äußere Petalen und ein Zentrum aus unregelmäßig breiten Petaloiden, gemischt mit pollentragenden Staubgefäßen, die manchmal im Zentrum zudsammenstehen oder sich zwischen den Petaloiden zeigen. Manchmal ragen aus den Petaloiden Büschel breiter Blütenblätter heraus.

5. gefüllte Blüte

 

Gefüllte Paeonien haben meist einen sehr guten Duft. Sie haben fünf oder mehr äußere Blütenblätter und ein großes Zentrum, bestehend aus Staubblättern und Fruchtblättern, die völlig (selten nur teilweise) in Blütenblätter umgewandelt sind. Die aus Staubblättern hervorgegangenen Petalen können länger sein, als die äußeren Blütenblätter. Oft haben die äußeren Blütenblätter eine andere Farbe als die Petaloiden.
Die gefüllte Blüte wird nochals in vier Gruppen unterteilt:

Kronblütige Typen haben Blüten bei denen sich die umgewandelten Fruchtblätter von denen der Staubblätter deutlich unterscheiden. Die Petaloisden, die aus den Staubblätern hervorgegangen sind, gleichen den äußeren Blütenblättern.
Bombenförmige Typen
besitzen Petaloiden, die aus Staub- und Fruchtblättern entstanden und gleichmäßig breit sind. Diese stehen aus der Blütenmitte halbkugelförmig heraus.
Halbrosenförmige Blüten
bestehen aus gleichmäßig breiten Petalen und besitzen einige echte Staubgefäße.
Ganz gefüllte Rosenblüten
haben sich alle Staub- und Fruchtblätter völlig zu Petalen entwickelt. Die Blüten erinneren an englischeRosen.

 Graphiken der Blütenformen aus dem Buch: "Päonien. Pfingstrosen" von Reinhilde Frank

 

 Blütezeit

Sie ist zeitlich abgestuft und beginnt mit den frühesten Paeonien Ende April und erstreckt sich mit den spätesten Sorten bis Ende Juni. Dies gilt natürlich für normale Jahre. In einem ahr, wie siesem (2001), das ein ungewöhnlich kaltes und nasses Frühjahr hatte, verschieben sich die Zeiten nach hinten.
Die Staudenpaeonien-Hybriden beginnen mit der Blüte normalerweise in der letzten Aprilwoche, die spätesten blühen noch Anfang Juni.
Die Paeoia-Lactiflor-Hybriden mit einfachen Blüten und mit japanischen Blüten blühen in der Zeit zwischen dem 10. Mai und dem 20. Juni.
Die Paeonia-Lactiflor-ybriden mit gefüllten Blüten öffnen sich Mitte Mai und die Spätesten blühen noch Ende Juni.

 

Kulturanleitung

Pflanzzeit:

Paeonien haben einen Vegetationszyklus, der von anderen Pflanzen abweicht. Bereits Ende Juli/Anfang August ist das Wachstum einer Paeonie praktisch abgeschlossen. Man stellt keinerlei Wachstumsentwicklung mehr fest. Auch die Samenreife fällt mit dem Ende des Zyklusses zusammen, etwa dem 15. August.
Ende Oktober beginnt die Paeonie mit dem neuen Wachstumszyklus. Die Knospen beginnen zu schwellen, um die Blattentwicklung des nächsten Jahres einzuleiten.
Deshalb liegt die beste Pflanzzeit für Paeonien zwischen Ende August und Ende Oktober. Nach diesem Termin wachsen die Pfingstrosen schlechter an. Es kann auch noch bis Mitte März gepflanzt werden, allerdings wird der Trieb imm ersten Jahr schwächer sein.

Standort:

Staudenpaeonien sind robuste, langlebige Pflanzen, wenn man sie ungestört wachsen läßt. Versetzen verübelt die Pflanze meist mit schlechtem Wachstum und mit einem längeren Blütenausfall. Deshalb ist die Wahl des richtigen und entgültigen Platzes sehr wichtig.
Pfingstrosen benötigen einen vollsonnigen Platz, der kurzzeitig beschattet sein darf.
Sie lieben einen tiefgründigen, fruchtbaren Lehmboden.  Gegen Staunässe sind Pfingstrosen sehr empfindlich. In Sandboden entwickeln die Paeonien mehr Laub und weniger Blüten. In Lehmboden wachsen die Pflanzen zwar langsamer, entwicklen aber kräftigere Stengel und prächtigere Blüten.

Pflanzung:

Pfingstrosen benötigen einen Pflanzabstand von 100 bis 120 cm.
Das Pflanzloch muß gut vorbereitet und groß genug sein. Bei der Größe orientiert man sich an Pflanzlöcher für Bäume, auch wen dies etwas seltsam aussieht. Das Loch sollte ungefähr 60 cm tief sein. Bei sehr schweren Böden ist eine Drainageschicht aus Kies in 50 - 60 cm Tiefe von Vorteil. Die unterste Erdschicht wird mit  gutem Kompost und Knochenmehl oder Hornspänen vermischt. Dabei ist zu beachten, daßdie Wurzeln nicht mit dem Dünger in Berührung kommen. Sehr wichtig ist das richtige Einsetzen. Die jungen, roten Triebe dürfen keinesfalls abbrechen und sollen höchstens 3 bis 5 cm unter der Erdoberfläche liegen. Tieferes Einsetzen verursacht oft einen kümmerlichen Wuchs und ist meistens die Ursache, wenn Paeonien die ersten Jahre überhaupt nicht blühen.
Bei frich ausgehobenen Pflanzlöchern sollten die Wurzeln etwas höher eingesetzt werden, und dann gut eingeschlämmt werden. Dabei sinkt dann das Bodenniveau etwas ab und es muß nochmals Erde nachgefüllt werden. Anstelle des Einschlämmens kann man auch das Pflanzloch einige Zeit vorher vorbereiten, damit die Erde Zeit hat, sich zu setzen. Keinesfalls sollte eine Paeonie in lockerem Boden in normaler Pflanztiefe eingesetzt werden. Die absinkende Erde läßt die Wurzel absinken, und de Pflanze gelangt viel zu tief in den Boden.
Zum Einpflanzen eignen sich am besten die Hände, um die lockere Erde vorsichtig zwischen den Wurzeln zu verteilen. Dann wird  die Erde mit den Füßen vorsichtig  angetreten und die Pflanze gegossen.
Da eine frisch gepflanzte Pfingstrose praktisch nicht zu erkennen ist, empfielt es sich, die Pflanzstelle mit einem Stock zu kennzeichnen, damit im Frühjahr der rötliche Austrieb nicht abgebrochen  oder zertreten wird, was das Ende der Pflanze bedeuten würde.
Im ersten Winter ist außerdem ein Winterschutz aus Laub und Fichtenreisig wichtig, damit die noch nicht angewachsene Pflanze nicht vom Frost aus dem Boden gedrückt wird. Beim Entfernen des Winterschutzes im Frühjahr muß man daruaf achten, die frischen Triebe nicht abzubrechen.

Entwicklung und Pflege:

 Ein charakteristisches Merkmal der Paeonie ist ihr langsames Wachstum.
Im ersten Jahr nach der Pflanzung wird die Pfingstrose nur wenige Stiele, oft nur einen einzigen, hervorbringen. Die Wuchshöhe dieser Tribe entspricht noch nicht der entgültigen, ebenso, wie die Blüte häufig noch nicht die typischen Sortenmerkmale zeigt. Die Blüte muß sofort nach dem Verwelken entfernt werden, damit kein Samen ausgebildet wird.
Im zweiten Jahr hat die Pflanze meist doppelt so viele und kräftigere Triebe. Im dritten Jahr stellt sich meist ein normales Blühverhalten ein, aber erst ab dem vierten Jahr wird die volle Blütenpracht erreicht.
Man muß imer daran denken, daß Pfingstrosen 100 Jahre oder älter werden können, um ihre Wachstumsgeschwindigkeit einschätzen zu können.
Während des Frühjahrs und Sommers brauct die Pfingstrose keine aufwendige Pflege. In einem trockenen Frühjahr ist von der Zeit des Austriebs bis zum Beginn der Blüte auf ausreichende Wassergaben zu achten.
Viele Pfingstrosensorten brauchen während der Blütezeit eine Stütze, damit ihre Blüten, die sehr schwer werden können, nicht von Wind und Regen zuBoden gedrückt werden.  Wenn keine Samen benötigt werden, schneidet man die Blüten nach dem Verwelken ab.
Ab Oktober müssen die Stiele und Blätter bis 5 cm über dem Boden abgeschnitten werden. Das Laub sollte jedoch nicht früher entfernt werden, da die Pflanze im Sommer die Blätter zum Ausbilden neuer Augen benötigt.

Düngung:

Die Paeonie benötigt im Frühjahr (März/April) eine Düngergabe, dies kann inForm von gut  abgelagertem Kompost geschehen, der leicht eingearbeitet wird.
Nach der Blüte im Juli kann man die Pflanzen ein zweites Mal mit einem Voll- oder Naturdünger düngen. Dünger mit einem hohen Stickstoffgehalt sollten vermieden werden. Um Verbrennungen zu vermeiden, dürfen die Düngergaben nicht unmittelbar an der Pflanze ausebracht werden. Man sollte ienen Mindestabstand von 10 cm einhalten und den Dünger leicht in den Boden einarbeiten.

 

  

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